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Anleitung für Abschlussarbeit und Forschung

Qualitative Interviews auswerten: von Transkript zu Kategorien

Du hast deine Interviews geführt und transkribiert. Jetzt kommt der Teil, für den es keine Abkürzung gibt: die Auswertung. Hier findest du den Ablauf der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring, ein Beispiel für einen Kodierleitfaden und eine ehrliche Einordnung, was KI dabei übernehmen kann.

Interviews in Klang auswertenKostenloser Tarif · Transkripte und Fragen über alle Interviews

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Vor der Auswertung: Transkript und Forschungsfrage

Ausgewertet wird nicht die Aufnahme, sondern das Transkript. Lege deshalb vorher fest, nach welchen Regeln du transkribierst, anonymisiere Namen und Orte und nummeriere Zeilen oder setze Zeitmarken, damit du jede Fundstelle zitieren kannst. Für die Inhaltsanalyse reicht in der Regel ein geglättetes, wörtliches Transkript.

Die Forschungsfrage entscheidet über alles Weitere. Sie bestimmt, welche Textstellen relevant sind, ob du Kategorien aus der Theorie mitbringst oder aus dem Material entwickelst und wann du mit dem Kodieren fertig bist. Schreib sie dir sichtbar über dein Kodierdokument.

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Welche Auswertungsmethode passt?

Im deutschsprachigen Raum ist die qualitative Inhaltsanalyse am weitesten verbreitet, vor allem nach Philipp Mayring und Udo Kuckartz. Sie passt, wenn du viel Material systematisch und nachvollziehbar verdichten willst, etwa für eine Bachelor- oder Masterarbeit mit Leitfadeninterviews.

Daneben gibt es offenere Verfahren wie die thematische Analyse oder die Grounded Theory, die stärker aus dem Material heraus Theorie entwickeln. Welches Verfahren du nimmst, klärst du mit deiner Betreuung und begründest es im Methodenteil. Die folgenden Schritte beziehen sich auf Mayring.

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Interview-Auswertung nach Mayring in sechs Schritten

Mayring beschreibt die qualitative Inhaltsanalyse als systematische, regelgeleitete Textanalyse. Die Kernverfahren sind die induktive Kategorienbildung und die deduktive Kategorienanwendung. So gehst du vor:

  • Material bestimmen: Welche Interviews, welche Passagen und welche Fragestellung?
  • Analyseeinheiten festlegen: Was ist die kleinste Textstelle, die du kodierst (Kodiereinheit), wie viel Kontext du heranziehst (Kontexteinheit) und in welcher Reihenfolge du auswertest (Auswertungseinheit)?
  • Kategorien entwickeln oder übernehmen: induktiv aus dem Material oder deduktiv aus Theorie und Leitfaden.
  • Kodierleitfaden schreiben: Definition, Ankerbeispiel und Kodierregel für jede Kategorie.
  • Material kodieren und das Kategoriensystem nach einem Teil des Materials überarbeiten, dann alles erneut durchgehen.
  • Ergebnisse prüfen und darstellen, etwa mit einer zweiten kodierenden Person (Intercoder-Übereinstimmung), und mit Zitaten belegen.

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Das Kategoriensystem: induktiv, deduktiv oder beides

Induktiv heißt: Du liest das Material Zeile für Zeile und formulierst Kategorien, sobald eine Textstelle zu deiner Fragestellung passt. Vorher legst du fest, wie abstrakt die Kategorien sein sollen. Nach einem Teil des Materials prüfst du, ob das System trägt, und überarbeitest es.

Deduktiv heißt: Die Kategorien stehen vorher fest, meist aus Theorie oder Interviewleitfaden. Der Kodierleitfaden macht die Zuordnung prüfbar: Die Definition beschreibt die Kategorie, das Ankerbeispiel zeigt eine typische Textstelle und die Kodierregel klärt Grenzfälle. In vielen Abschlussarbeiten wird beides kombiniert: Hauptkategorien aus dem Leitfaden, Unterkategorien aus dem Material.

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Wo KI beim Auswerten hilft und wo nicht

Eine KI-Zusammenfassung ist keine Inhaltsanalyse. Mayrings Verfahren lebt von festen Regeln, die du offenlegst und die eine zweite Person nachvollziehen kann. Das Kodieren selbst bleibt deshalb deine Arbeit, ob in MAXQDA, ATLAS.ti oder in einer Tabelle.

Bei den Schritten davor und daneben spart KI viel Zeit. In Klang transkribierst du deine Interviews mit getrennten Sprechern, legst alle in einen Ordner und stellst Fragen an alle Interviews gleichzeitig, etwa: Wo sprechen die Befragten über Zeitdruck? Die Antwort verweist auf Interview und Zeitmarke, sodass du jede Stelle im Transkript selbst prüfst, bevor sie in deine Kategorien eingeht.

  • Gut geeignet: transkribieren, ersten Überblick gewinnen, Fundstellen zu einem Thema suchen, Ankerbeispiele finden
  • Nur mit Prüfung: Zusammenfassungen einzelner Interviews als Gedächtnisstütze
  • Nicht geeignet: Kategorien zuordnen ohne Kodierleitfaden, Intercoder-Prüfung ersetzen, Zitate ungeprüft übernehmen

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Datenschutz, Einwilligung und KI-Nutzung offenlegen

Deine Einwilligungserklärung sollte abdecken, dass die Aufnahmen von einem Dienstleister transkribiert werden. Klang verarbeitet die Daten auf Servern in Frankreich, ist nach ISO 27001 zertifiziert und trainiert seine KI nie mit Kundendaten. Kläre trotzdem mit deiner Hochschule, welche Werkzeuge für Forschungsdaten zugelassen sind.

Viele Hochschulen verlangen inzwischen, dass du den Einsatz von KI im Methodenteil oder in einer Erklärung angibst. Beschreibe konkret, wofür du sie genutzt hast, zum Beispiel für die Transkription und die Suche nach Fundstellen, und dass das Kodieren nach deinem Leitfaden erfolgt ist.

Welcher Schritt mit welchem Werkzeug?

Eine Aufteilung, die sich in Abschlussarbeiten bewährt. Das Kodieren bleibt bei dir.

Welcher Schritt mit welchem Werkzeug?
SchrittWerkzeugWas du prüfst
TranskribierenKlang, Export als Word mit Sprechern und ZeitmarkenNamen, Fachbegriffe, Anonymisierung
Überblick und FundstellenFragen über alle Interviews in KlangJede Fundstelle am Transkript
KategoriensystemDein KodierleitfadenDefinitionen, Ankerbeispiele, Kodierregeln
KodierenMAXQDA, ATLAS.ti oder TabelleZuordnung nach Leitfaden, Überarbeitung des Systems
AbsichernZweite kodierende PersonÜbereinstimmung und Grenzfälle

Beispiel: eine Zeile aus dem Kodierleitfaden

Erfundenes Beispiel aus einer Masterarbeit über die Einführung einer neuen Software im Team. Eine Hauptkategorie stammt aus dem Leitfaden, die Unterkategorie aus dem Material.

Kategorie
K2 Belastung durch die Umstellung · Unterkategorie K2.1 Doppelte Datenpflege
Definition
Aussagen, in denen Befragte zusätzlichen Arbeitsaufwand beschreiben, weil altes und neues System gleichzeitig gepflegt werden.
Ankerbeispiel
„In den ersten Wochen mussten wir alles doppelt pflegen. Im alten System und im neuen.“ (Interview 3, 08:42)
Kodierregel
Nur kodieren, wenn der Mehraufwand ausdrücklich mit beiden Systemen begründet wird. Allgemeine Klagen über Zeitdruck gehören zu K2.3.

Vom Transkript zur Fundstelle

Alle Interviews in einem Ordner, jede Antwort mit Beleg

Lade deine Interviews in Klang hoch, prüfe die Transkripte und stelle Fragen an alle Gespräche gleichzeitig. Jede Antwort verweist auf Interview und Zeitmarke. Das Kodieren machst du danach in deinem gewohnten Programm.

  • Unbegrenzte Transkription im kostenlosen Tarif
  • Fragen über alle Interviews eines Ordners, mit Quelle und Zeitmarke
  • Export als Word mit Sprechern und Zeitmarken, außerdem TXT, SRT oder VTT
  • Server in Frankreich, ISO 27001, kein KI-Training mit deinen Daten
Kostenlos startenPro 7 Tage kostenlos testen

Häufige Fragen zur Auswertung qualitativer Interviews

Wie wertet man ein qualitatives Interview aus?

Du transkribierst das Interview, legst deine Analyseeinheiten fest, entwickelst ein Kategoriensystem aus Theorie oder Material und kodierst das Transkript nach einem Kodierleitfaden. Danach überarbeitest du das System, prüfst die Zuordnungen und stellst die Ergebnisse mit Zitaten dar.

Was ist die Inhaltsanalyse nach Mayring, kurz erklärt?

Ein systematisches, regelgeleitetes Verfahren zur Auswertung von Texten wie Interviewtranskripten. Kern sind die induktive Kategorienbildung aus dem Material und die deduktive Anwendung vorher festgelegter Kategorien mit Definitionen, Ankerbeispielen und Kodierregeln.

Wie viele Kategorien brauche ich?

Dafür gibt es keine feste Zahl. Entscheidend ist, dass jede Kategorie zur Forschungsfrage passt, klar definiert ist und sich von den anderen abgrenzen lässt. Wenn du für eine Textstelle ständig zwischen zwei Kategorien schwankst, fehlt eine Kodierregel.

Darf ich KI für die Auswertung meiner Abschlussarbeit nutzen?

Das regelt deine Hochschule. Viele erlauben KI für Hilfsschritte wie die Transkription, verlangen aber, dass du den Einsatz offenlegst. Das Kodieren nach deinem Leitfaden und die Interpretation bleiben deine eigene Leistung.

Kann Klang meine Interviews kodieren?

Nein, eine Kodierfunktion hat Klang nicht. Klang transkribiert deine Interviews, fasst sie zusammen und beantwortet Fragen über alle Interviews mit Verweis auf die Fundstelle. Das Kodieren machst du in MAXQDA, ATLAS.ti oder einer Tabelle.

Was kostet das?

Die Transkription ist im kostenlosen Freemium-Tarif unbegrenzt, für eine Person, mit Zusammenfassungen und Chats. Pro kostet 17,50 € pro Person und Monat bei jährlicher Zahlung, beginnt mit 7 kostenlosen Tagen und ergänzt unter anderem die Sprechererkennung.

Quellen

Methodenangaben nach Mayring (2000). Klang-Angaben geprüft am 29. Oktober 2026.