KI für Steuerberater: Gespräche dokumentieren, Verschwiegenheit wahren
Bei KI für Steuerberater denken viele an Belege und Buchungen. Viel Zeit steckt aber auch in den Gesprächen mit Mandanten, die danach protokolliert werden müssen. Hier steht, wo KI dabei hilft, was § 57 und § 62a StBerG verlangen und was die Bundessteuerberaterkammer empfiehlt.
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KI in der Steuerberatung: wo Gespräche ins Spiel kommen
Belegerkennung und Buchungsvorschläge laufen in der Regel in der Fachsoftware. Ein zweiter Bereich bleibt dort oft außen vor: alles, was im Gespräch geklärt wird und danach dokumentiert werden muss.
Die Bundessteuerberaterkammer nennt in ihren FAQ zu KI genau das als Einsatzfeld für Diktier-KI: Aktenvermerke, Gesprächsnotizen und die Transkription von Gesprächen. Typische Termine in der Kanzlei:
- Mandantengespräch und Mandatsaufnahme: Situation, Ziele, fehlende Unterlagen
- Jahresabschlussbesprechung: Ergebnis, Erläuterungen, Fragen des Mandanten, Gestaltungsideen für das nächste Jahr
- Beratungsdokumentation: Was wurde empfohlen, auf welcher Grundlage, und wofür hat sich der Mandant entschieden?
- Interne Kanzleibesprechungen: Fristen, Zuständigkeiten und Abstimmung im Team
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Verschwiegenheit: § 57 StBerG und § 203 StGB
Nach § 57 Abs. 1 StBerG hast du deinen Beruf verschwiegen auszuüben. Die Pflicht erstreckt sich auf alles, was dir in Ausübung des Berufs bekannt geworden ist, außer offenkundigen Tatsachen und solchen, die keiner Geheimhaltung bedürfen. Strafrechtlich ist sie durch § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB abgesichert, der Steuerberater und Steuerbevollmächtigte ausdrücklich nennt.
Für jedes KI-Werkzeug heißt das: Mandantendaten dürfen nur an einen Anbieter gelangen, wenn der Mandant eingewilligt hat oder die Voraussetzungen von § 62a StBerG erfüllt sind. Die BStBK wird in ihren FAQ deutlich: Vertrauliche Mandantendaten sollten keinesfalls ungeschützt in öffentliche KI-Dienste eingegeben werden.
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Dienstleister einbinden: was § 62a StBerG verlangt
§ 62a StBerG regelt, wann du Dienstleistern Zugang zu geschützten Tatsachen geben darfst: nur soweit das für die Dienstleistung erforderlich ist. Ein Transkriptionsdienst, der Aufnahmen von Mandantengesprächen verarbeitet, fällt darunter. Die Anforderungen im Überblick:
- Sorgfältige Auswahl des Dienstleisters und sofortiges Beenden der Zusammenarbeit, wenn die Vorgaben nicht mehr eingehalten werden (Abs. 2)
- Vertrag in Textform: Verpflichtung zur Verschwiegenheit mit Belehrung über die strafrechtlichen Folgen, Kenntnisnahme nur soweit erforderlich, Regelung zu weiteren eingesetzten Personen (Abs. 3)
- Bei Leistungen im Ausland: ein dem Inland vergleichbarer Geheimnisschutz (Abs. 4)
- Bei Leistungen, die unmittelbar einem einzelnen Mandat dienen: Einwilligung des Mandanten (Abs. 5). Wann KI darunter fällt, ist nach den BStBK-FAQ nicht zweifelsfrei geklärt; sie raten, vor der Eingabe sensibler Mandantendaten die Einwilligung einzuholen
- Die Datenschutzvorschriften bleiben unberührt (Abs. 8): Daneben gilt die DSGVO, einschließlich Auftragsverarbeitungsvertrag
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Was die BStBK zu Diktier-KI empfiehlt
Die FAQ der Bundessteuerberaterkammer zu KI im steuerberatenden Berufsstand (Stand 27. Januar 2026, Rechtsstand Juli 2025) behandeln Diktier-KI ausdrücklich. Sie halten sie in der Steuerberatung für grundsätzlich zulässig, wenn Datenschutz und Verschwiegenheit konsequent gewahrt werden.
Drei Punkte nennen die FAQ dabei: Nach § 201 StGB ist das Aufnehmen nichtöffentlicher Gespräche nur mit vorheriger Einwilligung aller Beteiligten zulässig. Datenschutzrechtlich braucht es eine Rechtsgrundlage, Transparenz gegenüber den Betroffenen, einen Auftragsverarbeitungsvertrag und möglichst eine Verarbeitung in der EU mit klarem Löschkonzept. Und berufsrechtlich darf der Einsatz nicht zum Zugriff unbefugter Dritter auf Mandantendaten führen.
Bei der Toolauswahl empfehlen die FAQ, EU-basierte Anbieter oder Server in der EU zu bevorzugen, auf Zertifizierungen wie ISO 27001 zu achten und möglichst Werkzeuge zu wählen, die Eingaben nicht zum Training nutzen. Einen Offline-Betrieb halten sie in jedem Fall für vorzugswürdig. Und jedes KI-Ergebnis muss von einer fachkundigen Person geprüft und freigegeben werden.
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So arbeitet eine Kanzlei mit Klang
Das Mandantengespräch im Büro nimmst du mit der Klang-App auf dem Smartphone auf. Bei Videoterminen in Teams, Zoom oder Google Meet nimmt der Klang-Assistent teil, nachdem du ihn aus dem Warteraum zugelassen hast. Telefonate mit Mandanten zeichnet die App im Pro-Tarif auf und transkribiert sie nach dem Auflegen.
Klang transkribiert auf Deutsch, kennzeichnet die Sprecher und erstellt eine Zusammenfassung mit Vereinbarungen und ToDos. Wortlisten (Pro) helfen bei Begriffen wie Investitionsabzugsbetrag oder bei Mandantennamen. Den Entwurf prüfst du und exportierst ihn als Word-Datei für die Mandantenakte. Eine direkte Anbindung an deine Kanzleisoftware gibt es nicht; die Word-Datei legst du dort ab, wo deine Akten liegen.
Für Kanzleien, die die Daten im eigenen Haus halten wollen, gibt es im Team-Tarif den Betrieb in der eigenen Infrastruktur (On-Premise) oder eine Private Cloud mit eigenem Schlüssel (BYOK), dazu Audit-Logs, Zugriffssteuerung und eigene Aufbewahrungsfristen.
Öffentlicher KI-Chat oder Werkzeug für Gesprächsprotokolle?
Viele Kanzleien testen zuerst einen frei zugänglichen KI-Chat. Für Mandantengespräche gelten aber andere Anforderungen:
| Kriterium | Frei zugänglicher KI-Chat | Klang |
|---|---|---|
| Mandantendaten eingeben | Nach den BStBK-FAQ ohne Einwilligung des Mandanten oder Absicherung nach § 62a StBerG nicht zulässig; sonst anonymisieren | AVV inklusive; die Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 62a Abs. 3 StBerG klärst du im Vertrag |
| Sitz und Verarbeitungsort | Häufig US-Anbieter, Schutzniveau nach § 62a Abs. 4 StBerG zu prüfen | Klang AI AB, Schweden (EU); Verarbeitung in Europa |
| Nutzung zum KI-Training | Je nach Anbieter und Einstellung | Aufnahmen werden nie zum Training von KI verwendet |
| Gespräche aufnehmen | Je nach Anbieter | App vor Ort, Assistent im Videocall, Telefonate (Pro) |
| Eigener Betrieb | In der Regel nicht | On-Premise oder Private Cloud mit BYOK im Team-Tarif |
Stand Oktober 2026. Prüfe jeden Anbieter anhand seiner aktuellen Vertragsunterlagen. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.
Beispiel: Jahresabschlussbesprechung
So kann der Entwurf aussehen, den Klang aus der Aufnahme einer Jahresabschlussbesprechung erstellt. Kanzlei, Mandant und Zahlen sind erfunden:
- Termin
- Besprechung Jahresabschluss 2025 · 16. Oktober, 14:00–15:00 Uhr · Steuerkanzlei Albrecht · Teilnehmende: Herr Yilmaz (Mandant, Yilmaz Haustechnik GmbH), StB Frau Keller, Herr Brandt (Sachbearbeitung)
- Ergebnis
- Jahresüberschuss rund 84.000 Euro, deutlich über Vorjahr. Frau Keller erläutert die Abschreibung auf den neuen Transporter.
- Fragen des Mandanten
- Lohnt sich eine Investition in eine Wärmepumpen-Werkstatt 2026? Wie hoch werden die Vorauszahlungen?
- Vereinbart
- Frau Keller rechnet zwei Investitionsszenarien durch bis 6. November. Herr Yilmaz schickt die Angebote für die Werkstatt bis 23. Oktober.
- Offen
- Anpassung der Vorauszahlungen: Entscheidung nach Vorlage der Szenarien.
Für Kanzleien gebaut
Mandantengespräche protokollieren, Daten in Europa
Klang ist eine europäische KI für Transkription und Gesprächsanalyse. Du nimmst auf, Klang schreibt den Entwurf auf Deutsch, du prüfst und gibst frei.
- Transkript auf Deutsch, Zusammenfassung und ToDos; Sprechererkennung im Pro-Tarif
- Verarbeitung und Speicherung in Europa, AVV inklusive
- ISO 27001:2022-zertifiziert, Aufnahmen nie zum KI-Training verwendet
- On-Premise oder Private Cloud mit BYOK im Team-Tarif
Häufige Fragen
Dürfen Steuerberater KI nutzen?
Ja. Die Bundessteuerberaterkammer sieht KI als Unterstützung; Entscheidungen und Verantwortung bleiben beim Menschen, jedes Ergebnis muss fachkundig geprüft werden. Es gelten die üblichen Pflichten: Verschwiegenheit nach § 57 StBerG, die Vorgaben für Dienstleister nach § 62a StBerG und der Datenschutz.
Darf ich ChatGPT in der Steuerkanzlei verwenden?
Für allgemeine Fragen und anonymisierte Texte ja. Nach den BStBK-FAQ dürfen in öffentlich zugängliche KI-Dienste aber ohne Einwilligung des Mandanten oder die Voraussetzungen von § 62a StBerG keine Daten eingegeben werden, die Rückschlüsse auf Mandanten zulassen, also auch keine Namen, Adressen oder Steuernummern.
Darf ich ein Mandantengespräch aufzeichnen?
Nur mit vorheriger Einwilligung aller Beteiligten, das folgt aus § 201 StGB. Die BStBK-FAQ weisen darauf hin, dass eine nachträgliche Einwilligung nicht genügt. Kündige die Aufnahme also zu Beginn an und dokumentiere die Zustimmung.
Gibt es eine Integration in DATEV?
Nein, Klang bietet keine DATEV-Integration. Du exportierst Protokolle als Word-Datei und legst sie in deinem Dokumentensystem ab. Für Ablagen in Google Drive, OneDrive oder Dropbox gibt es einen direkten Export.
Wie schreibe ich eine Beratungsdokumentation mit KI?
Nimm das Beratungsgespräch mit Zustimmung des Mandanten auf. Klang erstellt daraus Transkript und Zusammenfassung mit Vereinbarungen und ToDos. Du ergänzt deine fachliche Einschätzung, prüfst den Entwurf und legst ihn ab. Solange du das Transkript aufbewahrst, lässt sich später nachvollziehen, was genau besprochen wurde.
Ist diese Seite eine Rechtsberatung?
Nein. Sie fasst die einschlägigen Vorschriften und die FAQ der Bundessteuerberaterkammer zusammen, Stand Oktober 2026. Ob ein bestimmter KI-Einsatz in deiner Kanzlei zulässig ist, beurteilst du im Einzelfall selbst oder mit deiner Steuerberaterkammer.